Sievershausen jubelt in Rot

Es wurde gespielt, gekämpft, geackert, aber auch gelacht und schließlich auch gefeiert. Die Sievershäuser Dorffehde „Norddorf gegen Süddorf“ bot für jeden etwas, bevor um 17.00 Uhr unbeschreiblicher Jubel der rot gekleideten Sievershäuser Norddörfler von der Sportanlage am Schmiedeweg des TSV 03 Sievershausen durch das gesamte Dorf schallte.  Ortsbürgermeister Armin Hapke hatte die Aufgabe, die Ehrentafel an den Bürgermeister des Norddorfs Ulrich Pröve zu übergeben; denn schließlich hatte das Norddorf in spannenden und lustigen Wettkämpfen das Süddorf mit 8 zu 4 geschlagen. Insgesamt steht es damit 9 zu 8 für den Norden in der Gesamtwertung der spaßigen Dorffehde zwischen den beiden Dorfhälften in Lehrtes östlichster Ortschaft.

 

Den ersten Punkt des Tages gab es beim frühmorgendlichen Freiluftgottesdienst im 16-Meter-Raum des Sportplatzes des ausrichtenden TSV 03 Sievershausen für die höhere Teilnehmerzahl an Gottesdienstbesuchern. Nach dem von Thorsten Leister mit vielen Mitmach-Liedern sehr erfrischend gestalteten Gottesdienst kam es dann zur lang erwarteten Auszählung. TSV-Vorsitzender Jörg Schwieger wurde damit betraut, die Anzahl der vielen rot und blau gekleideten Gottesdienstbesucher festzustellen. Blau steht dabei für das Süddorf, rot für das Norddorf. 118 Norddörfler waren anwesend und „nur“ 108 Süddörfler. Damit ging das Norddorf 1 : 0 in Führung

Anschließend kam es zu den Fußballspielen der Generationen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus Nord und Süd traten im Wettbewerb um die begehrten Punkte gegeneinander an. Der Norden scheint die besseren Fußballer zu haben, denn alle Spiele konnten von den Roten gewonnen werden. Lediglich beim erstmalig ausgetragenem Gehfußball, der TSV möchte diese Sportart in seinem Angebot aufnehmen, gelang dem Süden der erste Sieg. Zwischenstand also 4 : 1 für den Norden.

Die Sportanlage füllte sich immer mehr, Getränkestände, die Nord-Süd-Bar und die Verzehr-Stände hatten Schwerstarbeit zu leisten, denn das Spiel ohne Grenzen stand an. Traditionell starten die Kinder mit ihrem ersten Spiel. Die Kids mussten Hausschuhe mit den Füßen auf einen Tisch schießen. Der Norden war zielsicherer, 5 : 1!

Die Erwachsenen hatten dann die Aufgabe, Kekse von der Stirn nur mit dem Einsatz der Gesichtsmuskeln in den Mund zu befördern. Die Grimassen, die dabei von den Spielern gezogen wurden, ließen das Publikum toben. Der Süden war hungriger, nur noch 5 : 2!

Dann waren wieder die Kids dran. Mit Wurfhölzern mussten Holzklötze umgeworfen werden. Es zeichnete sich eine Klatsche für den Süden ab, denn auch dieser Punkt ging an das Norddorf. Die Kinder gaben alles und konnten sich nun bei der Show des Zauberclowns Tobini und auf der Hüpfburg entspannen.

Endlich gab es den nächsten Punkt für den Süden. Vier Spieler durften auf einer Bank sitzend ein Glas Sekt trinken. Das Problem:  Das Glas musste mit dem Mund über den Kopf nach hinten zum Mitspieler geführt werden, der dann einen Schluck trinken musste. Der Einsatz der Hände war dabei nicht gestattet. Der Süden war zwar völlig durchnässt, aber siegreich. Nur noch 6 : 3 für den Norden. Dann mussten Spielerinnen Eier durch die Hosenbeine von ihren männlichen Mitspielern führen: Versteinerte Mienen bei den Herren, ein tobendes Publikum. Punkt durch die geschickteren Süddörflerinnen, 6 : 4!

Es war aber nur ein kleines Zwischenhoch des Südens, denn die nächsten beiden Punkte gingen wieder an den Norden. Bei der „Klamotten-Rally“ mussten die Spieler 15 Trikots und Hosen an- und ausziehen. Beim letzten Spiel wurde es dann nass. Schwämme wurden an die Schienbeine gebunden und damit musste Wasser aus einem Schwimmbecken zu einem Zieleimer transportiert werden. Nach einigen nassen Shirts konnte das Norddorf den Punkt holen. Das Publikum hatte seinen Spaß und konnte dann abschließend das Norddorf als Gewinner bejubeln.

Nach der Siegerehrung von Ortsbürgermeister Armin Hapke gab es dann erstmalig Live-Musik auf der Dorffehde. Die „Black Bear Rose“ heizte mit Classic-Rock auf der After-Dorffehde-Party ein, sodass noch ordentlich getanzt wurde. Abschluss war dann wieder auf der legendären Kabinenparty der Sievershäuser Fußballer.

So ist es zunächst wieder friedlich auf beiden Seiten der Sievershäuser John-F.-Kennedy-Straße, jedenfalls für ein Jahr.

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